Jeder ist verliebt, das kann nicht gutgehen. Zumal jeder genau den Falschen liebt: Orsino liebt Olivia, Olivia liebt Viola, Viola liebt Orsino. Da Viola sich als Knabe verkleidet hat, ist alles noch viel verworrener im Kampfspiel der Geschlechter. Doch wir sind in Illyrien, wo die Musik der Liebe Nahrung ist, und wo der Gott der Komödie am Ende alles wieder einrenkt.

Nur einer bleibt beim Finale trostlos zurück. Malvolio, der Haushofmeister, den die Liebe plagt und bestraft wie sonst keinen. Mit einem gräßlichen Fluch ("Ich räche mich an eurer ganzen Rotte!") verläßt er das Lustspiel, das ihm nichts als Qual bereitet hat. Vielleicht zündet er nun den Palast der Gräfin Olivia an. Vielleicht schreibt er aber auch ein Theaterstück, in dem er ganz Illyrien zur Hölle schickt. Titel, möglicherweise: "Der Triumph des Hasses".

Jeder liebt jeden. Vielleicht auch liebt keiner keinen. Gewiß ist allein, daß jeder jeden nach Leibeskräften haßt. Wir sind nicht mehr in Illyrien, sondern an einem nördlichen Meer. Die Leute haben auch keine klingenden Namen wie Orsino, Olivia, Viola.

Sie heißen Axel und Kerstin und Knut, was schon so klingt, als würde man Knochen brechen.

Kerstin ist die Frau von Knut. Knut hat eine Affäre mit Adèle, der Kusine. Kerstin hat einen Roman mit Axel, dem Freund der Familie.

Axel ist aber auch interessiert an Adèle. Und sogar der Vater, sechzig Jahre alt, Ruheständler, spielt noch mit bei diesem eisigen Sommernachtstraum - wetteifert mit dem Sohn um die schöne Kusine.

"Mit dem Feuer spielen", ein Einakter von August Strindberg aus dem Jahr 1892: Jeder hat Lust auf jeden, obwohl die Lust längst starr und frostig geworden ist. Obwohl alle, die da wie süchtig mit dem Feuer spielen, in ihrem Innern längst leergebrannt sind.