Es ist vielleicht Leipzigs schönster Weg und überhaupt einer der herrlichsten, den eine deutsche Großstadt zu bieten hat, wenn man die baulärmende Innenstadt gen Norden verläßt, ins Rosental hinab, und dann plötzlich auf die Große Wiese trifft, diese Wiese, die sich wie ein gewaltiges grünes Wasser ausbreitet vor dem Spaziergänger, wie ein stilles Maar, an dessen Saum die Parkbäume zur Linken und Rechten sanft zurückweichen . . . Und man läuft hinein, über die Grasfläche hin, wie in einen Raum, der sich ins Unendliche weitet. Ganz am anderen Ende, und man glaubt kaum, daß man je an ein Ende gelangt, kann man dann noch ein kleines Stück weiter gehen, durch den Hain - und ist in Gohlis, heute ein Teil von Leipzig, im 18. Jahrhundert noch ein Weiler vor den Toren. Friedrich Schiller hat dort gewohnt, hat dort 1785 am "Don Carlos" geschnitzt und allerlei Besuch empfangen, seinen Verleger Göschen zum Beispiel und Karl Philipp Moritz - die berühmte Begegnung, aber das ist bekannt. Das frugale Heim, ein Fachwerkhäuschen mit Linde und Laube, in dem Schiller zwei Dachstübchen bezogen hatte, gehörte einem Karpfenhändler, der es wiederum zum Teil an einen Bäcker weitervermietet hatte, kleine Verhältnisse also, in denen, wie so oft, das wirklich Große entstand. 1842 schon richteten engagierte Bürger unter der Führung des berühmten deutschen Republikaners und Freiheitskämpfers Robert Blum hier eine Gedenkstätte ein, die bis heute erhalten blieb. Jetzt muß sie dringend renoviert werden, und die Deutsche Schillergesellschaft in Marbach, das Institut für Buchwesen an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und der Weimarer Schillerverein - sie alle zusammen bitten herzlich um Spenden. Und zwar auf das Konto des Weimarer Schillervereins, Stadt- und Kreissparkasse Weimar, BLZ 820 510 00, Kontonummer 301 000 638. Schiller und Moritz und Robert Blum danken.