Johannesburg

Da steht er vor dem Richter, der letzte Verteidigungsminister der Apartheid, grinst und macht eine Geste, die wohl sagen soll: Schaut her, meine Weste ist rein! Magnus Malan, angeklagt wegen dreizehnfachen Mordes und anderer Verbrechen, wurde freigesprochen.

So endete vorige Woche der erste spektakuläre Strafprozeß gegen ein mächtiges Mitglied des weißen Regimes.

Malan stand im Verdacht, beim geheimen Militärtraining von Berufskillern die Finger im Spiel gehabt zu haben sie sollten Haß und Gewalt zwischen Schwarzen säen. Am 21. Januar erzielte die von weißen Offizieren gesteuerte "Operation Marion" ihren blutigsten Erfolg: Eine Todesschwadron massakrierte dreizehn unschuldige Schwarze.

Der weiße Staatsanwalt war unfähig, die Befehlskette zu rekonstruieren, der weiße Richter nicht willens, den Fall schonungslos aufzuklären - eine Mischung aus Dilettantismus und Nibelungentreue.

Sieht so das neue Südafrika aus? Die Angehörigen der Opfer sind schockiert. Sie reden von einem Justizskandal. Ihre Hoffnung auf Gerechtigkeit, die bei der Eröffnung des Prozesses keimte, wurde durch den Freispruch erstickt. Magnus Malan muß nicht hinter Gitter.

Er darf seinen wahrlich verdienten Ruhestand auf dem Golfplatz fortsetzen.