So langsam wird die Sache selbst Euro-Enthusiasten ein wenig unheimlich: Plötzlich sind die Fans der Europäischen Währungsunion kaum mehr zu zählen. Ob Italiener, Spanier, Portugiesen, Finnen, Schweden oder Iren: Keiner will mehr draußen vor der Tür bleiben. Vergessen die Zweifel, Ängste und Sorgen. Und der Clou: Selbst Großbritannien, dieser wahre Hort nationalstaatlichen Denkens, gerät ins Wanken.

Viele Insulaner denken um.

Sicher, die Europagegner der Tories schäumen und wähnen eine heimtückische Verschwörung der Pickelhauben-Fraktion am Werke. Der gebeutelte Premierminister kuscht, und auch John Majors Gegenspieler, Labour-Star Tony Blair, traut sich vor der Wahl nicht aus der Deckung. Doch der Druck aus Industrie und Londoner City wächst. Jetzt hat sich gar die renommierte Financial Times zu einem "grundsätzlichen Ja" durchgerungen. Mit Magendrücken, aber immerhin. Wetten (in Euro), daß dem Leitartikler noch manch anderer auf dem Eiland folgen wird.