Viel ist es nicht, was Gerhard Schröder von Bill Clinton unterscheidet.

Genaugenommen spielt der Amerikaner nur besser Saxophon und darf schon verteidigen, was sich der Deutsche erst erarbeiten muß: die Macht im Land. Letzteres ist ungerecht. Was hat Bill, das er nicht hat? Medienwirksamkeit? Da sind sie gleichauf. Prinzipientreue?

Ist beiden fremd. Image? Unstet, hüben wie drüben. Was Gerhard Schröder fehlt, ist - Dick Morris.

War Dick Morris. Der affärengeschüttelte, aber geniale Politikberater, der erst für die Republikaner arbeitete und dann den Demokraten Clinton von einem linken Luftikus in einen Staatsmann der Mitte verwandelte, hat Kontakt zur Volkswagen AG aufgenommen sogar Reden bei Veranstaltungen der Firma sind schon bezeugt. Wo VW ist, ist Aufsichtsrat Schröder nicht weit: "Ich bin daran interessiert, ihn kennenzulernen", verriet Schröder. Morris' Clinton-Kampagne sei "brillant" gewesen.

Was für ein Ausblick: Der Kopf von Dick Morris, der Charme von Gerhard Schröder und das Geld von VW-Boß Ferdinand Piëch - am Horizont erscheint die erste Troika, die Kohl das Fürchten lehren könnte.