Freunde von kalifornischem Wein dürfen sich freuen. Was bisher nur begrenzt im Fachhandel zu haben war, wird jetzt in großer Auswahl online angeboten. Virtual Vineyards , ein neuer Dienst im World Wide Web, hat über hundert Weine aus dem Napa Valley auf Lager.

Das Ordern ist einfach: Kunden rufen sich die Weinliste auf den Bildschirm. Mit ein paar Mausklicks können sie das Wesentliche über jeden Tropfen erfahren und die gewählten Flaschen dann in einen virtuellen Warenkorb verfrachten. Am Ende fragt der Dienst nach Kreditkartennummer und Versandadresse.

Virtual Vineyards ist ein Beispiel für das seit Jahren gepriesene, aber auch gefürchtete Online-Shopping. "Der Markt wächst langsam, aber beständig", meint William Bluestein vom Unternehmensberater Forrester Research .

Noch geht es um vergleichsweise geringe Summen. Nur 518 Millionen Dollar werden die elektronischen Läden in den Vereinigten Staaten dieses Jahr einnehmen, schätzt Forrester in einer Studie. Auch zur Jahrtausendwende sollen es erst 6,6 Milliarden sein. Das ist wenig gegenüber den Billionenumsätzen des amerikanischen Einzelhandels.

An dem Verhältnis wird sich auch kaum etwas ändern, wenn die Mehrheit der Anbieter weiterhin einfach nur Kataloge ins Internet schaufelt. "Die Verbraucher werden sich erst dann massenhaft mit dem elektronischen Einkaufen anfreunden, wenn es ihnen einen wesentlichen Mehrwert bietet", sagt Asim Abdullah vom Branchenverband CommerceNet .

Die wenigen Erfolgsgeschichten zeigen, wo der Mehrwert für die Kunden liegen könnte. Beim Internet Shopping Network (ISN) können sie ihren Wunsch am Bildschirm eingeben. In Windeseile hat der Dienst die 35 000 Computerprodukte im Angebot durchforstet und meist das Passende gefunden.