Steuerflucht ist so alt wie der Staat. Kämmerer und Finanzminister mochten noch so viele Salz-, Fenster- und Kopfsteuern erfinden, auch Solidarbeiträge - immer wußten sich Gaukler, Fernsehmoderatorinnen und anderes fahrendes Volk dem Zugriff zu entziehen.

Eine überzeugende Teillösung für das Problem hat nun Hans-Joachim Widmann gefunden, Chef der FDP in Hamburg: eine Bettlersteuer.

Wenn der Fiskus schon Flick, Schreinemakers und die Makler in der FDP nicht zu fassen kriegt, dann sollte er wenigstens hier zulangen. Man bedenke, wie viele Münzen ein Bettler jeden Tag einnimmt. Und alles brutto für netto! Dann wohnt er auch noch mietfrei in teuerster Citylage - ein geldwerter Vorteil, der längst besteuert gehört. Zwar ist die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung von Bettlern meist noch lückenhafter als die von Landwirten aber das dürfte kein Hindernis sein, wenn es darum geht, einen niedrigeren Spitzensteuersatz zu finanzieren und Steuernachlässe für Golfclubs.

Der FDP-Mann sollte sich also nicht beirren lassen vom Ärger, den seine Leute wegen des Vorschlags machen. Nur Sozialneid!

Übrigens, auch das Trinkgeld von - Pardon - Klofrauen ist noch steuerfrei.