Arme Steuerhinterzieher, die Zeiten werden immer härter. Früher nahmen sie einfach ihr Köfferchen voller Geld und spazierten über die Grenze nach Luxemburg. Zur Freude der deutschen Großbanken, die eigens für solch scheue Kapitalsammler Dependancen im Großherzogtum einrichteten. Wer sich nicht allzu tölpelhaft anstellte, konnte sicher sein: Der deutsche Fiskus wird ihm nicht auf die Schliche kommen.

Doch das ist nur noch selige Erinnerung. Längst stöbern die Steuerfahnder überall herum. Selbst unbescholtene Bürger geraten mittlerweile in ihr Visier. Das geht dem Bundesverband deutscher Banken nun aber wirklich zu weit. Die Lobbyisten malen endgültig das Ende des Bankgeheimnisses an die Wand. Das mag schon sein. Nur es gibt ein Problem: Siehe da, die Ermittler werden allzuoft fündig, bisweilen selbst ohne konkreten Verdacht. Keine Frage, das Beschummeln des Staates ist eine Volksseuche. Was ist nun wichtiger: das Bankgeheimnis oder der Kampf gegen den Betrug? Im Prinzip beides. Doch ohne wenigstens ein bißchen Angst vor Enttarnung bleibt nun mal die Ehrlichkeit auf der Strecke.