Arme Chefredakteure. Tag für Tag, Nacht für Nacht sitzen sie grübelnd, sich die Haare raufend, plaudernd, Kaffee saufend, telephonierend an ihren Tischen, wo ihnen Tag für Tag, Nacht für Nacht ihre Verleger im Nacken sitzen und quengeln: Auflage! Mehr Auflage! Trends aufspüren!

Und nun konnte einer seinen Lesern in seinem Vorwort, das aber editorial heißt, endlich mitteilen: Ein Magazin, wie es die Redaktion von "Architektur & Wohnen" noch nie gemacht hat, nämlich ein Speschel, eine neue Art Reiseführer, und der geht über einen einzigen Ort, und der heißt wie? Der heißt nicht von ungefähr London, denn da boomt die Szene, da sind Star-Architekten von . . . bis. . . ach, und sogar Design-Stars von . . . bis . . . zu Hause. Und da mitten hindurch werden wir wie? Auf natürlich unterhaltsame Weise geführt, mit herausragender Fotografie und Autoren-Beiträgen voller Firsthand-Informationen.

Für die Mitarbeiter der 25jährigen Zeitschrift ist London natürlich ein alter Hut, ja, einige wurden dort ausgebildet, nicht genug: Die Korrespondentin J.G. ist mehr als eine intime Kennerin der Szene, denn sie gehört selber dazu. Potztausend: eine Szenefrau!

Mit ihrer Freundin Zaha Hadid spricht, nein diskutiert sie nicht nur neue Architektur-Entwürfe, sie plaudert mit ihr auch über ausgefallene Schuhmodelle oder Kreationen von jemandem, den wir leider nicht kennen. Und alle, alle tun für uns was? Spüren Trends auf. Endlich! An die Kioske!