Wieviel ist eine Milliarde Mark? Verdammt viel Geld, wenn man bedenkt, daß das darbende Maschinenbauunternehmen Sket in Magdeburg diese Summe seit der Wende ganz allein an Subventionen verschluckt hat. Zuwenig, wenn man sieht, daß das einstige Prachtstück der DDR-Industrie nur unter Einsatz weiterer gewaltiger Staatszuschüsse über Wasser gehalten werden kann.

Natürlich fordert Deutschland Ost: Sket muß überleben. Aber in Deutschland West heißt es: nicht um jeden Preis.

Sket ist kein Einzelfall. Es steht für eine Vielzahl einst eindrucksvoller Industriegiganten, die nach der Wende Schiffbruch erlitten haben.

Von den vielzitierten industriellen Kernen, die man in den neuen Bundesländern erhalten wollte, ist nicht viel übriggeblieben.

Gewiß, die Chemie kommt wieder, die Automobilindustrie ist neu erblüht. Aber das sind nicht die alten Kombinate, die sich über die Wende gerettet haben. Es sind neue Unternehmen mit neuen Anlagen und neuen Produkten. Von Überleben kann da nicht die Rede sein.

Der Niedergang von Sket ist traurig, vor allem für die Betroffenen.

Aber aus dem nun schon Jahre dauernden Dahinsiechen läßt sich eine Lehre ziehen: Die Zeit der Giganten aus einer anderen Zeit ist abgelaufen. Es ist sinnlos, an Unternehmen festzuhalten, nur weil sie (wie Sket) eine Art Nationalheiligtum waren. Der Stolz der Malocher im deutschen Osten ist verständlich, aber er nützt nichts mehr, wenn die Produktivität einfach zu niedrig ist. Sket zu erhalten, weil es ein Stück deutscher Industriekultur darstellt, ist kein gutes Argument.