Wenn die Bonner Regierung sich in Sachen Lohnfortzahlung und Vermögensteuer als Kostendrücker betätigt, sollte sie sich eigentlich des ungeteilten Zuspruchs aus dem Unternehmerlager sicher sein können. Falsch.

In der kommenden Woche jedenfalls werden sich Mittelständler zu Wort melden, die mit dieser wirtschaftspolitischen Philosophie ganz und gar nichts anzufangen wissen: Flickschusterei sei das alles - und wer sich davon mehr Arbeitsplätze erhoffe, unterliege einer grandiosen Täuschung, meint zumindestUlrich Martin Drescher, Vorstandsmitglied von UnternehmensGrün, der sich als Verband zur Förderung umweltgerechten Wirtschaftens versteht. Die Erfahrung zeige nämlich trotz aller Wachstumsinvestitionen: Noch mehr Arbeitsplätze fielen dem Produktivitätsfortschritt zum Opfer, das Wachstumsdogma sei untauglich.

Entgegen der Bonner Einfältigkeit empfiehlt UnternehmensGrün, zu dessen Mitgliedern unter anderem der Freiburger Waschbär Versand, die Brauerei Herle aus Leutkirch im Allgäu, der Naturfarbenhersteller Auro aus Braunschweig und der Stuttgarter Rechtsanwalt und OB-Kandidat Rezzo Schlauch zählen, vor allem die Einführung von Ökosteuern zwecks Kompensation niedrigerer Einkommensteuern. Zweitens sollten die Sozialversicherungsbeiträge von der Lohnsumme abgekoppelt und durch eine Wertschöpfungsabgabe ersetzt werden. Und schließlich fordern die Mittelständler, die teure Sozialbürokratie (jährlicher Kostenaufwand rund sieben Milliarden Mark) zu entrümpeln und endlich Mut zu Bürgergeld und Grundrente zu entwickeln. "Gerade auch aus Unternehmersicht", heißt es in dem Thesenpapier zur Sicherung des Standortes Deutschland, könne mit diesen Reformprojekten "der enge Horizont der aktuellen wirtschaftspolitischen Diskussion überwunden werden".

Monatelang war der Computerkonzern Apple nur für schlechte Nachrichten gut. In den vergangenen Tagen wartete das kalifornische Kultunternehmen gleich mit mehreren frohen Botschaften auf: Erst verkündete es überraschend einen Gewinn von 25 Millionen Dollar für das vergangene Quartal. Dann meldete es, ein neuer superschneller Chip könnte seine Rechner im nächsten Jahr wieder zum technischen Marktführer machen.

Die beste Nachricht war freilich die dritte - zumindest aus der Sicht der Kunden: Mit sofortiger Wirkung senkte Apple seine Preise um bis zu ein Viertel. Die Rechner der Baureihe Performa 6400 sind jetzt jenseits des Atlantiks für rund 2200 Dollar zu haben - 600 Dollar weniger als noch eine Woche zuvor. Damit kann das Unternehmen zumindest preismäßig wieder mit der Konkurrenz mithalten.

Aber die Firma mit dem Apfel-Logo, die Anfang der siebziger Jahre den Personalcomputer erfand, ist deswegen noch lange nicht über den Berg. Denn das positive Quartalsergebnis konnte nicht verdecken, daß der Umsatz um 700 Millionen auf 2,3 Milliarden Dollar zurückging.

Und seine Organisationsprobleme scheint Apple auch noch nicht gelöst zu haben: Der neue Laptop Powerbook 1400 wird erst Anfang 1997 in großer Zahl zu haben sein.