Auf der Ostsee geht die Fährreederei DFO in die Offensive: Auf der Vogelfluglinie und zwischen Rostock und Trelleborg kommen neue Schiffe zum Einsatz. Im Verkehr über den Ärmelkanal bündeln zwei einstige Rivalen ihre Kräfte gegen den Eurotunnel.

Am 14. Dezember wird in Rostock die größte Kombifähre der Welt auf den Namen Mecklenburg-Vorpommern getauft. Noch vor Weihnachten soll das neue Flaggschiff der Deutschen Fährgesellschaft Ostsee (DFO) Autos, Lastwagen und Güterwaggons von Rostock nach Trelleborg in Schweden übersetzen. Der Rostocker Überseehafen übernimmt mit seiner günstigen Lage die Funktion einer Verkehrsdrehscheibe nach Skandinavien, die bis zum Fall des Eisernen Vorhangs Travemünde innehatte.

Ein neues Reisegefühl will das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn bald auch Reisenden auf der Vogelfluglinie vermitteln - mit knapp fünfzig Überfahrten pro Tag eine der frequentiertesten Fährrouten der Welt. Zwischen Puttgarden und Rödby, wo die DFO und die dänischen Staatsbahnen jeweils drei Schiffe im Einsatz haben, werden im kommenden Jahr vier sogenannte Doppelendfähren in Dienst gestellt.

Weil die Neubauten ohne umständliche Wendemanöver auskommen, wird sich die Fahrzeit von Fehmarn nach Lolland um ein Fünftel auf knapp fünfzig Minuten verkürzen. Alle alten Schiffe werden ausgemustert.

"Außerdem werden die Wartezeiten gegen null gehen", verspricht Axel Woile von der DFO. Künftig werden auf der Vogelfluglinie auch mehr Autos und Busse befördert. Denn der Schienengüterverkehr zwischen Deutschland und Dänemark wird nach der Vollendung der Tunnel-Brücken-Konstruktion über den Großen Belt nicht mehr über Puttgarden, sondern über Flensburg und Fredericia rollen.

In einem anderen klassischen Fährrevier machen jetzt zwei Reedereien gemeinsame Sache: Auf dem Ärmelkanal bilden die bisherigen Rivalen P & O und Stena Line eine Allianz gegen den Eurotunnel, durch den inzwischen 40 Prozent aller Autos und 28 Prozent der Busse von England nach Frankreich rollen.

Erkauft hat sich der Tunnel seine Marktführerschaft durch einen erbarmungslosen Preiskrieg mit den Fährreedereien. Seit Monaten werden Kanalpassagen per Schiff oder Zug zu Butterfahrtpreisen verscherbelt. Dadurch habe sich, so die britische P & O, "eine völlig unzureichende Ertragssituation in diesem Fahrtgebiet" ergeben.