Über den Einfluß des Geschlechtshormons Östrogen auf die weibliche Psyche ist viel spekuliert worden. So wurde der schwankende Hormonspiegel auch mit dem Auftreten schizophrener Schübe in Verbindung gebracht.

Nun sind Edinburgher Hirnforscher den Spekulationen nachgegangen.

Sie haben Rattenweibchen Östrogen ins Blut gespritzt und anschließend die Nagerhirne untersucht. In bestimmten Regionen des Gehirns hatte sich die Zahl der Rezeptoren für den Botenstoff Serotonin verdreifacht (Nature, Bd. 383, S. 306). Damit scheint der weibliche Zyklus offenbar auch das Gehirn zu verändern. Die von der Veränderung betroffenen Regionen werden für Stimmung und geistige Verfassung verantwortlich gemacht.