Raus mit der Sprache: Wer hat Ihnen beim Packen geholfen? Jetzt bloß nichts Falsches sagen, auch wenn einem als Antworten spontan die Panzerknacker oder irgendein nahöstlicher Geheimdienst einfallen würden. Situationskomik, auch gelungene, ist in den Sicherheitsschleusen der Flughäfen gänzlich fehl am Platze. Im schlimmsten Fall kann sie die nächste Reise um ein paar Monate verzögern.

Die Fliegerei ist eine verdammt ernste Sache geworden. Um schwarze von weißen Schafen zu trennen, verlangen immer mehr Instanzen lange vor dem Abflug Einblick in Hosen-, Hand- und Reisetaschen.

Da wird gescannt und gescreent, gefummelt und getastet, bis der Passagier völlig transparent ist: Liest Playboy. Hat Dutzende Perücken und falsche Bärte bei sich. Führt im Handgepäck schwarze Damenreizwäsche in Übergröße mit. Wird alles notiert - wahrscheinlich.

Schon bei der Auswahl der Reiseutensilien sollte man also unbedingt politisch korrekt vorgehen.

Trotz aller Sicherheit ist es aber längst nicht ausgemachte Sache, daß der Koffer auch mitreist. Mancher ist aus schlechter Erfahrung oder böser Vorahnung (oder beidem) geneigt, die Aufgabe des Gepäcks am Check-in-Counter durchaus wörtlich zu nehmen. Wie viele Reisende hier einen letzten, liebevollen Blick auf ihre Habseligkeiten geworfen haben, ehe sie im Schlund des Flughafens für immer verschwanden, das wird von offizieller Seite nicht gern verraten.

Es ist wohl auch ganz vernünftig so, denn an einer weiteren Kategorie der Angst vorm Fliegen kann nun wirklich niemandem gelegen sein.

Mit Schwund muß man rechnen.