Ein wunderhübsches Wort. Aber für manche nicht leicht auszusprechen.

Selbst eloquente Banker, die sonst mit fremdländischen Vokabeln nur so um sich werfen - puts, payroll, peanuts -, tun sich schwer damit. Dabei ist es ganz leicht: vorne wie Geldbeutel und hinten wie Kulturteil. Auf französisch natürlich. Und dann das Ganze von innen heraus über die Zunge gehaucht.

Aber deutsche Banker sind eben keine linguistischen Genießer.

Deshalb ersetzen sie Portefeuille meist durch seine englische Variante: Portfolio. Wogegen nichts einzuwenden wäre - wenn sie nicht so barbarisch wären und das Wort wie ein deutsches aussprächen.

Auf deutsch hört sich Portfolio an, als handele es sich um eine altertümliche Zeichenschablone oder ähnliches.

Dabei geht es beim Portefeuille, beziehungsweise Portfolio (englisch gesprochen), um ganz Wesentliches: um Eigentum, Macht und eine anständige Altersversorgung. Um die Kernfragen des Kapitalismus also. Unter einem Portefeuille versteht man die gesamten Ersparnisse eines Menschen, einer Familie oder auch eines Betriebes. Fast jeder hat ein Portefeuille, die Allianz, die Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank oder Herr Leo Kirch. Meist befinden sich Unternehmensanteile, Wertpapiere und Immobilien darin, manchmal auch ein paar Goldbarren.

Wichtig ist am Portefeuille, wie sich das Vermögen auf die einzelnen Anteile verteilt. Durch die möglichst kluge Zusammensetzung wird erreicht, daß einerseits der Ertrag nicht zu niedrig und andererseits das Risiko nicht zu groß ist. Diese Risikostruktur wird stets beibehalten - notfalls müssen Portefeuilles dazu bereinigt, gestrafft oder umgeschichtet werden.