Das Urlaubsziel Südafrika steuert großen Problemen entgegen. Die hohe Kriminalitätsrate in den Großstädten und schamlose Preiserhöhungen der Hotellerie schrecken Besucher ab.

Der touristische Aufschwung am Kap hatte hoffnungsvoll begonnen.

Seit der Abkehr von der Apartheid und der Wahl Nelson Mandelas zum Staatspräsidenten kann Südafrika guten Gewissens besucht werden.

Das Land mit vielen Naturschönheiten nahm einen beispielhaften Aufschwung. 170 000 Besucher kamen im vergangenen Jahr allein aus Deutschland - siebzig Prozent mehr als 1994. Auch aus anderen Ländern schwoll der Besucherstrom rapide an.

Derzeit allerdings droht ein abruptes Ende des Booms. Die hohe Kriminalitätsrate verunsichert Touristen. In den vergangenen Monaten häuften sich vor allem in den Großstädten Überfälle und Diebstähle.

Südafrikaexperten führen die neue Kriminalität in erster Linie auf das starke soziale Gefälle im Land zurück.

Handtaschendiebstahl und Überfälle auf Autos gehören mittlerweile besonders in Johannesburg und Kapstadt zum Alltag. Wie brisant die Lage ist, scheint die südafrikanische Regierung erkannt zu haben. Sie stellte in den vergangenen drei Monaten 2000 zusätzliche Polizisten ein, die sich ausschließlich um die Sicherheit der Touristen kümmern sollen. Reisegruppen beispielsweise können seitdem eine zivile Polizeieskorte anfordern. In Johannesburg bestimmen derzeit rund um die Hotels Polizisten das Bild.