Die letzte Runde für die T-Aktie ist eingeläutet. Jetzt darf gezeichnet werden. Die mit Spannung erwartete Preisspanne steht fest: 25 bis 30 Mark. Innerhalb dieser Bandbreite wird der Ausgabepreis festgesetzt - zwei Tage vor der ersten amtlichen Börsennotiz am 18. November. Ein Blick auf den grauen Kapitalmarkt verrät bereits mehr. Bis zur Mitte der Woche kostete eine Aktie der Deutschen Telekom per Erscheinen rund 35 Mark.

Am grauen Markt oder im Telephonverkehr zocken die Profis. Sie kaufen oder verkaufen Aktien, die sie noch gar nicht besitzen.

Termingeschäft wird diese Art des Handels genannt. Natürlich sind die Preise am grauen Markt nur ein Hinweis auf den ersten amtlichen Kurs. Doch die Terminkurse signalisieren, daß am Markt eine deutliche Überzeichnung der T-Aktie erwartet wird. Das große Interesse sollte sich - dem Gesetz von Angebot und Nachfrage folgend - zumindest in den ersten Börsentagen in steigenden Notierungen niederschlagen.

Über die langfristige Entwicklung sagen die Preise am grauen Markt jedoch überhaupt nichts aus. Der vorsichtige Privatinvestor sollte sich davor hüten, allein aus kurzfristigen Erwägungen T-Aktien zu kaufen. Zu schnell kann sich der Markt drehen, und vermeintlich üppige Gewinne können sich in Verluste wandeln.

In jedem Fall werden die privaten Anleger nicht leer ausgehen.

Die Telekom will sie bei der Zuteilung der rund 500 Millionen Aktien besonders berücksichtigen. Jeder Anleger, der mindestens 100 Aktien zeichnet, soll diese auch bekommen - das erklärte Ziel von Telekom und Konsortialbanken. Ein Anrecht auf mindestens 100 Stück existiert jedoch nicht. Alle über 100 Aktien hinausgehenden Gebote werden wahrscheinlich rationiert. Das heißt, wer 300 Aktien zeichnet, bekommt vielleicht nur 200.

Die besten Chancen haben Anleger, die sich beim Aktien-Informations-Forum der Telekom (AIF) eingeschrieben haben und bis zum 6. November ihrer Bank einen Zeichnungsauftrag erteilen. Wer erst zwischen dem 7. und dem 14. November T-Aktien zeichnet oder gar die AIF-Registrierung verschlafen hat, ist nicht ganz aus dem Rennen. Er wird immerhin institutionellen Investoren vorgezogen. Gute Karten haben auch alle Privaten, die ihr Konto bei einer der vielen Banken besitzen, die im Konsortium der Telekom-Emission vertreten sind. Sollte dies nicht der Fall sein, droht eine herbe Enttäuschung. Diese Kunden haben weder Anspruch auf bevorrechtigte Zuteilung oder Treueaktien noch auf den Preisnachlaß.