jetz melden sich die großen dichter zu wort: nieder mit der reform.

leider wollen sie keine vernünftige und demokratische reform, sondern daß alles beim status quo bleibt. das heißt, sie sollen selber weiter die freiheit genießen, so zu schreiben wie s ihnen paßt, während schüler mit schlechten noten und normale menschen mit verachtung bestraft werden wenn sie nich nach dem duden schreiben.

leider kann kein schüler seim lehrer, keine sekretärin ihrem boß sagen: ich bin nebenbei ein künstler, deshalb schreib ich nich nach dem duden. aber das nennen di reformgegner komischerweise nich verordnung von oben.

hierzulande gibt es keine entscheidende instanz für die sprache.

zwar geben alle zu protokoll, daß sie nach dem duden schreiben.

der duden wiederum gibt zu protokoll, daß er nur schreibt wie s die gepflogenheiten hierzulande diktieren, also wie alle schreiben.

die wahrheit sieht dann doch anders aus: der duden schreibt wie alle schreiben, vorausgesetzt, alle schreiben wie er ihnen vorgeschrieben hat. der ignoriert zum beispiel das ich auf dem weg von meiner wonung bis zur post, das sind vileicht 200 meter, auf drei wörta stoss, die statt mit ß mit ss geschrieben sind: schliessen, verschliessen und Imbiss. die mehrheit der schilder sind schon richtig, aber es is eine knappe mehrheit. im duden steht trotzdem nie imbiss als alternative schreibweise.