Es ist nicht überliefert, ob Karl V. das exotische Getränk, das Cortés von seinen mexikanischen Eroberungszügen mitgebracht hatte, besonders mochte.Jedenfalls galt die aus Kakaobohnen gewonnene Schokolade, die bereits Azteken und Mayas zu schätzen wußten, an europäischen Höfen bald als kulinarischer Hit.Wie es einem so edlen Produkt zukommt, präsentiert sich der Bildband Das Buch der Schokolade (aus dem Französischen von Gabriel Krüger-Würrer, 216 Seiten, vierfarbige Illustrationen Heyne Ver lag, München 1996 128 Mark) als reine Augenweide.Diese farbenprächtige Kulturgeschichte eines Genußmittels im Großformat illustrieren Stiche und Gemälde aus mehreren Jahrhunderten, vom präkolumbianischen Mayakodex über gesellige Rokokoszenen bis hi n zur Wiedergabe der schönsten Werbeplakate. Photos von Kakaoplantagen, wie sie heutzutage in den äquatorialen Tropengebieten existieren, sowie Aufnahmen historischer und moderner Produktionsräume begleiten die lesenswerten Texte mehrerer Autoren. Naturforscher, Schriftsteller, Journalisten und Köche melden sich zu Wort, unterhaltsam und kenntnisreich, allesamt vereint in dem Bekenntnis, daß sie der süßen Versuchung nur allzuoft erliegen.