MÜNCHEN. - Piep. ". . . Verkehrsservice. Zähfließender Verkehr auf den Ring- und Einfallstraßen, Behinderungen im Bereich des Stiglmaierplatzes. Es wird geblitzt, und zwar auf der Schwanthalerstraße in Richtung City. Und auf der Fraunhoferstraße, dort stadtauswärts.

Fahren Sie bitte überall vorschriftsmäßig. Wir wünschen Ihnen eine gute Fahrt." Piep.

In Bayern haben viele lokale und regionale Radiosender bald ausgepiepst - zumindest, wenn es nach Innenminister Günther Beckstein geht.

Er will, daß Radarwarnungen, die im gesamten Bundesgebiet zum täglichen Programm der Privatradios gehören, in Bayern nicht mehr über den Äther verbreitet werden. Damit ist das lange Grummeln seiner Behörde über den Service, mit dem sich die Polizei austricksen läßt, nunmehr zu einem Grollen geworden. Neu ist die Drohung: Sendern, die nicht kuschen, soll der Anschluß an den allgemeinen Verkehrswarndienst gekappt werden. Stichtag für die Funkstille in Sachen Schnellfahrerfallen ist der 1. April 1997.

Die Äußerungen aus dem Innenministerium sind momentan noch nichts anderes als eine dezidierte Bitte. Es gibt kein Gesetz gegen die Durchsage von Radarwarnungen. Erlaubt ist, was nicht verboten ist. Wolfgang Bouska, Verkehrsreferent im Innenministerium: "Manche Autofahrer arbeiten bewußt mit den Informationen. Vor den Meßstationen bremsen sie scharf ab, geben sich mehr oder wenig hämisch zu erkennen und steigen dann wieder aufs Gas." Abschreckung und Verkehrserziehung, sagt Bouska, liefen somit ins Leere.

Während die allgemeinen Hinweise von der Polizei geliefert werden, kommen die Radarwarnungen direkt von aufmerksamen Autofahrern.

Die Sender fordern sie auf, Sichtkontakt mit Meßstationen zu melden.