Präsident Bill Clinton hat sich schriftlich bedankt - für die Salami, die ihm per Post zugestellt worden ist. Ronald Reagan auch. Jimmy Carter schaut immer mal vorbei, wenn er in New York ist. Regisseur Rob Reiner gehört seit seiner Kindheit zu den Stammkunden.

Und im Januar haben Vizepräsident Al Gore und der russische Ministerpräsident Viktor Tschernomyrdin hier ihren informellen "Pastrami-Gipfel" gehalten.

Das Imbißrestaurant "Katz's Delicatessen" in der Lower Eastside ist ein New Yorker Phänomen, eine Institution seit 1888. Geschirrgeklapper bildet die ständige Hintergrundmusik. Hinter dem Tresen zerschneiden russische, albanische, puertoricanische und ägyptische Köche blitzschnell dampfende Rindfleischblöcke, türmen die Scheiben zwischen zwei Baguettehälften zu vierzehn Zentimeter hohen Pastrami-Sandwiches auf - einem weiteren Markenzeichen des Hauses.

Alle kommen sie zu "Katz's": die Filmstars und die Sternchen, die Lokalpolitiker, die Baseballgrößen, die Wall-Street-Manager - und die einfachen New Yorker, die hier in der Mittagspause einen schnellen Lunch einnehmen, bevor sie sich wieder ihren Tagesgeschäften zuwenden. Alle sitzen sie auf denselben wackligen Stühlen mit den braunen Plastikbezügen unter grellen Neonröhren an der Decke.

Und in der Luft mischen sich die Gerüche von Fleisch, Sauerkraut, Bratenfett und Faßbier.

Was macht den Erfolg von "Katz's" aus? - "Das gute Essen und die vernünftigen Preise", antwortet Mitbesitzer Alan Dell überzeugt.

Er hat hier schon als kleiner Junge gegessen, bevor sein Vater Marty vor neun Jahren das Geschäft übernommen hat. "Hier wird noch in der traditionellen Art gekocht", sagt Dell. "Und das seit 108 Jahren. So wie unsere Großväter und Väter das Essen mochten.