Albanien, das Balkanland an der Adria, hat 3,4 Millionen Einwohner 98 Prozent sind Albaner, die anderen gehören im wesentlichen der griechischen und makedonischen Minderheit an. Etwa 1,7 Millionen Albaner leben außerhalb der Staatsgrenze in der Republik Jugoslawien, davon allein 1,5 Millionen in Kosovo.

Albanisch, eine eigene indogermanische Sprache, wird in zwei Dialekten gesprochen, dem Gegischen im Norden, einer rauhen Bergregion, und dem Toskischen im Süden, das Amtssprache ist.

Nach dem Zerfall des serbischen Reiches von Stephan Dusan, der Albanien im 14. Jahrhundert erobert hatte, wurde das Land von Stammesfürsten regiert, die sich im 15. Jahrhundert unter dem nordalbanischen Fürsten Skanderbeg der türkischen Eroberung vergeblich entgegenstellten. Am 28. November 1912 erklärte Albanien nach mehr als vierhundertjähriger türkischer Fremdherrschaft seine Unabhängigkeit, wurde zwei Jahre später von Italien okkupiert, war 1920 wieder befreit, lehnte sich unter der Diktatur Zogus wieder an das Mussolinische Italien an, wollte sich erneut lösen, wurde aber 1939 von italienischen Truppen und 1943 von der deutschen Wehrmacht besetzt.

Die von den Kommunisten dominierte Nationale Volksbefreiungsarmee organisierte den Widerstand und befreite Albanien im November 1944. Der Generalsekretär der Kommunistischen Partei, Ministerpräsident Enver Hoxha, schaltete die Opposition aus und verwandelte Albanien in einen sozialistischen Staat. Die Volksrepublik lehnte sich an die Sowjetunion an, trat 1949 der sozialistischen Wirtschaftsvereinigung Comecon und 1955 dem Warschauer Pakt bei, den es 1968 - nach dem Einmarsch in die CSSR - verließ.

Nach der Entstalinisierung der Sowjetunion löste Enver Hoxha, der zeitlebens Stalinist blieb, Albanien vom Bruderland ab und stellte sich 1961 im Konflikt zwischen China und der Sowjetunion auf die chinesische Seite. Von da an wurde Albanien zum Abbild Chinas. Der Hoxha-Kult erinnerte an den Mao-Kult, die Deutsch-Albanische Freundschaftsgesellschaft, die in den siebziger Jahren maoistische Studenten anzog, glich der Deutsch-Chinesischen Freundschaftsgesellschaft.

Ohne Beispiel in Europa war der radikale albanische Atheismus.

Moscheen und Kirchen wurden geschleift, der Besitz des Korans oder der Bibel wurde mit Gefängnis bestraft. Die Mehrheit der Bevölkerung hat bis heute einen muslimischen Hintergrund.