Thomas Hanke: "In den Rücken gefallen",

ZEIT Nr. 42

In dem Artikel steht am Ende der zweiten Spalte: "Die Automatik wird es bei den vorgesehenen Sanktionen geben." Gemeint ist aber, daß es die Automatik bei den Inflationssanktionen gerade nicht gibt - wie auch aus dem danebenstehenden Kasten hervorgeht. Hoffentlich hat nicht ein Euro-Fan aus der ZEIT-Redaktion das "nicht" geklaut!

Klaus Peter Heim, Gräfelfing

Es stört inzwischen wohl nicht mehr, daß Kohl & Co. mit der Einführung der Weichwährung Euro der Bevölkerung der Bundesrepublik, die in der Mehrheit ihre harte Mark behalten will, in den Rücken fallen. Wenn die Regierung ihre Legitimität hierzu aus den Wahlen 1990 und 1994 ableitet, dann ist sie formal im Recht. Es ist allerdings nach dem Zustand einer Demokratie zu fragen, wenn das Wahlvolk in wesentlichen Fragen seinen Willen nicht mehr durchsetzen kann.

Volksabstimmungen sind im Grundgesetz nicht vorgesehen bei den letzten Verfassungsdiskussionen (1992/93) sind die zaghaften Befürworter niedergestimmt worden. Als Hoffnung gegen eine Inflationswährungsunion bleibt nur noch eine stabilitätsverpflichtete und -bewußte Bundesbank.

Je früher die Blase Währungsunion platzt, um so billiger und um so weniger schmerzhaft wird die Aufgabe der Europhorie der Weichwährungsländer. Realistischer für eine harte Währung erscheint mir, wenn Länder nach einer Referenzphase von mindestens Jahren, in denen sie vorher definierte Stabilitätskriterien erfüllt haben, in eine Währungsunion eintreten. Eine "Punktlandung" durch Manipulation wäre weitgehend ausgeschlossen.