BERLIN. - Lassen Sie mich von einem Freund erzählen. Es ist jetzt zehn Jahre her, daß die Libyer einen Anschlag auf eine Berliner Diskothek unternahmen, um so viele amerikanische Soldaten wie möglich zu töten. Sie brachten zwei unserer Soldaten und ein Berliner Mädchen um, und sie verwundeten Hunderte von jungen Leuten, GIs ebenso wie Berliner. Viele von ihnen erlitten fürchterliche Brandverletzungen.

Der Detlev Mehlis, den ich damals traf, war ein junger Staatsanwalt, dessen Chef mich fragte, ob ich etwas dagegen hätte, wenn er bei unseren Gesprächen über die Aufklärung des Anschlags auf "La Belle" dabei sei. Ich hatte nichts dagegen. Schon bald zog ich ihn immer wieder zu Rate.

Während der letzten drei Jahre meines Aufenthalts in Berlin kämpfte Detlev mit den verwirrenden Mosaikteilen einer Terrorismusermittlung.

Gute Staatsanwälte sind wie gute Polizisten. Sie sind sich nicht zu fein, selbst den winzigsten Fakten Aufmerksamkeit zu schenken, die, wenn man Glück hat, über die Jahre zu einer Anklage zusammenwachsen.

Als mein Präsident am 15. April 1986 in Vergeltung für "La Belle" Tripolis und Bengasi bombardieren ließ, wurde der Fall zum Politikum.

Viele in Europa sagten, wir Amerikaner hätten das Beweismaterial über die libysche Beteiligung an dem "La Belle"-Anschlag gefälscht, um einen Grund zu haben, Muammar al-Ghaddafi zu bombardieren.

Ich erinnere mich noch, wie einer der Chefs von Detlev ein Versprechen brach, das er mir gegeben hatte, und eine Presseerklärung herausgab, in der es hieß, die Berliner Behörden hätten keinerlei Beweise für eine libysche Beteiligung an dem Anschlag. Wir (und die Deutschen) hatten jedoch klare Beweise.