Henry Akinwande gegen Alexander Zolkin, Michael Moorer gegen Frans Botha und Mike Tyson gegen Evander Holyfield - an diesem Sonnabend treten gleich drei Schwergewichtsweltmeister von drei Verbänden an, um ihre Titel zu verteidigen. Die Mehrzahl der deutschen Fernsehzuschauer freilich schaut in die Röhre: Die "Nacht der Champions" hat sich der Abonnementsender Premiere gesichert.

Von 3.05 Uhr am Sonntag früh an ist der Pay-Kanal live dabei - allerdings verschlüsselt. Und auch die Zusammenfassung am Sonntag nachmittag sendet die Hamburger TV-Firma exklusiv für ihr zahlendes Publikum. "Damit", so Premiere-Chef Bernd Kundrun, "wollen wir unseren Zuschauern einen kulinarischen Leckerbissen bieten."

Mit einer Mischung aus Spielfilmen, Bundesliga-Fußball, Dokumentationen und Konzerten internationaler Stars erreichte der bisher einzige deutsche Pay-Sender (monatlicher Abopreis: 47,80 Markbei Satellitenempfang, 49,80 Mark bei Kabelanschluß) inzwischen 1,3 Millionen Abonnenten.

Ende des Jahres, so Kundrun, soll die 1,4-Millionen-Marke überschritten werden. Doch dafür brauchte das TV-Unternehmen, dessen Programm werbefrei ist, immerhin fünfeinhalb Jahre - und wirft obendrein noch immer keine Gewinne ab.

Seit diesem Sommer droht zu allem Überfluß noch Konkurrenz: Der Münchner Filmhändler Leo Kirch ist ins Pay-TV-Geschäft eingestiegen.

Mit Hilfe der neuen digitalen Übertragungstechnik bietet er gleich 25 verschiedene Spartenprogramme, darunter StarKino, Heimatkanal, den Musiksender Classica, BBC Prime, die nur paketweise (Preise: 10 bis 40 Mark) abonniert werden können. Hinzu kommt das Pay-per-view-Angebot Cinedom, das aktuelle Kinofilme zum Stückpreis von 6 Mark bereithält.

Doch Kirchs Pay-Sender DF1 ist ohne Dekoder nicht zu empfangen.