Ob beim Kräftemessen mit anderen Mediengiganten, beim Scharadespiel im Kreis der Familie oder auf Tiefschneepisten, umgeben von seinen Top-Managern - Wettbewerb dominiert das Leben von Rupert Murdoch.

Stets will der australische Tycoon der erste sein. "Rupert will die Welt beherrschen", sagt Sumner Redstone, Chef des amerikanischen Medienkonzerns Viacom.

Ganz soweit ist es noch nicht aber in der britischen Dependance seines globalen Imperiums arbeitet man kräftig daran, Murdochs Wunsch nach unangefochtener medialer Vormachtstellung zu erfüllen.

Der 65jährige Australier steht bereits kurz davor, zum Monopolisten des digitalen Fernsehens aufzusteigen. Dabei ist seine Medienmacht schon jetzt für eine demokratische Gesellschaft kaum zu verkraften: Ihm gehören ein gutes Drittel aller Zeitungen in Großbritannien und mit BSkyB das absolute Monopol im Satellitenfernsehen. Aber das reicht dem rastlosen Mann noch lange nicht.

In einigen Tagen wird das BSkyB-Management verkünden, man habe Verträge über die Herstellung von digitalen Decodern unterzeichnet nur mit diesen Zusatzgeräten kann man die 200 digitalen TV-Kanäle empfangen, mit denen BSkyB die britische Nation vom nächsten Sommer an beglücken will. Die Decoder vermögen den Strom digitaler Information zu lesen und zu entschlüsseln, vorausgesetzt, die Gebühren sind bezahlt.

Zunächst einmal geht es um die Produktion von nur 150 000 Boxen.

Das ist nicht viel. Aber man sollte sich nicht täuschen lassen durch den bescheidenen Beginn der digitalen Revolution, in Großbritannien wie anderswo (siehe Seite 18). Mit dem digitalen Fernsehen dürfte es genauso kommen wie bei früheren Etappen auf dem technologischen Vormarsch. Zunächst läuft's schleppend an Kulturkritiker bezweifeln nicht nur den Sinn des Projekts, sie sagen sein Scheitern voraus hohe Anfangsverluste scheinen skeptische Prognosen zu bestätigen - so war es bei der Einführung des Farbfernsehens und des Videorecorders.