Joachim Fritz-Vannahme: "Wer soll, wer darf

studieren?", ZEIT Nr. 43

Ganz ohne Zweifel ist es realistisch und vernünftig, den Hochschulzugang nicht nur durch die allgemeine Hochschulreife, sondern auch über Eingangsprüfungen zu regeln. Kaum jemand, der an einer deutschen Universität lehrt und die eigenen, oft geäußerten Klagen über mangelnde Studierfähigkeit ernst nimmt, wird das bestreiten können.

Wer aber soll diese Prüfungen abhalten? In der Praxis die halben und Drittelassistenten oder projektgebundenen Mitarbeiter neben Verwaltungsarbeit, Lehrverpflichtung und Habilitation? Damit wäre niemandem gedient, am wenigsten den zu Prüfenden. Die Frage des Hochschulzugangs kann nicht von der Frage der Gesamtreform der Universität getrennt werden: Wo sinnvolle Prüfungen eingeführt werden sollen, müssen auch die Prüferstellen dafür vorhanden und entsprechend ausgestattet sein. Sonst wird die Aufnahmeprüfung zur Farce.

Dr. Rolf-Ulrich Kunze, Sommerhausen

Ich meine, es wird so viel über Studienzeitverkürzung geredet.

Eine weitere Hürde, zwischen Abitur und Studium, würde da sicher nicht helfen. Denn sie würde nur zu einem Vorbereitungssemester führen, in dem sich zukünftige Studenten auf den Eingangstest vorbereiten. Ich halte es für schwer, wirklich objektive Eintrittskriterien für Studenten in Form von Tests zu prüfen, zumal viele Studenten durchaus im Studium die notwendigen Entwicklungen durchmachen, die sie zum erfolgreichen Abschluß eines Studiums befähigen. Sicher sollten die Unis leistungsorientiert sein, aber der Eingangstest erscheint mir nicht als sinnvolles Mittel, das Niveau der Absolventen oder Ausbildung an sich zu erhöhen.