Dieter E. Zimmer: "Späte Dichter", ZEIT Nr. 43

Nun ist ja gar nichts dagegen einzuwenden, Rechtschreibregeln zu vereinfachen. Der Vorwurf an die Kritiker, sie hätten sich zu spät gemeldet, ist indes falsch, denn Kritik konnte erst von dem Zeitpunkt aus geübt werden, an dem das "Gesamtwerk" vorlag.

Und schaut man in die Wörterbücher, dann stößt man allenthalben auf Unzulänglichkeiten, die das Ziel der Vereinfachung geradezu konterkarieren. Ein Beispiel: Wir stellen uns die (mittlerweile anachronistische) Figur eines Sekundarstufe-I-Schülers vor, der sowohl rechtschreibsicher als auch fleißig ist. Dieser Schüler bringt nun in einem Diktat folgenden Satz zu Papier: "Der Schriftsätzer hätzte durch die Stadt(,) um sein altes Hemd durch ein neues zu ersätzen." Bestürzt stellt dann der Schüler fest, daß ihm der Lehrer drei Fehler - ä statt e - angestrichen hat. Indes handelt es sich dabei nicht um Fehler, die mangelhaftem Lerneifer oder einer Rechtschreibschwäche zuzuschreiben sind, sondern vielmehr um Fehler, die durch konsequentes Denken zustande kamen. Darauf weist der Schüler den Lehrer dann auch hin: "Wieso haben Sie mir diese Fehler angestrichen? Ich habe doch lediglich ,Schriftsätzer` von ,Schriftsatz`, ,hätzte` von ,Hatz` und ,ersätzen` von ,Ersatz` abgeleitet!"

Hans-Jürgen Küsel, Ingelheim

Ich finde die neue Rechtschreibrefohm klase entlich mal eine gute Ideh von der Regirung stat imer neue Steuern die keiner braucht.

Grüse an ale refomer.

Torsten Bullmann, Dortmund