Wir diskutieren die wichtigen Fragen, die schwer oder nicht lösbar erscheinen, ganz leise und die, die längst entschieden sind, um so lauter.

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Die intellektuelle Öffentlichkeit ist kleinlaut geworden, Interventionen finden kaum mehr statt.

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Die Goldhagen-Debatte war ein Beispiel für das, was ich Konsens-Debatte nenne. Sie zeichnet sich dadurch aus, daß ihren Teilnehmern auch der Konsens untereinander, vor allem aber der Konsens mit sich selber am Herzen liegt. Den aber erzielt man nur, wenn man die aporetischen Themen meidet. (...) Um dem Schmerz der Rat- und Hilflosigkeit zu entfliehen, redet man über Themen, die entweder gegenstandslos sind (Rechtschreibung) oder keine Ambivalenz erlauben (Goldhagen).

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