Die USA haben gewählt. Europa kann mit dem Ergebnis zufrieden sein, meint Dieter Buhl in seinem Leitartikel "Strahlende Sieger, große Probleme". Und was meinen die amerikanischen Medien?

Sie alle verkünden Clintons Wahlsieg, denn an dem läßt sich nicht deuteln. So titelt die New York Times "Clinton mit großer Marge wiedergewählt" und der San Francisco Chronicle freut sich, daß Clinton fünfzig Prozent der Stimmen erhalten hat.

Interessanter aber ist der Blick der Medien auf die Partei Bob Doles. Schließlich ging es bei diesen Wahlen nicht nur um den Präsidenten, sondern ebenso um die Besetzung von Kongreß und Senat. Und obwohl sich auch hier die Ergebnisse in harten Zahlen angeben lassen, bewerten sie die US-Medien sehr unterschiedlich.

Die Boulevard-Zeitung USA Today verkündet "GOP (Grand old Party, die Republikaner, Anm. d. Red.) behält Kontrolle im Kongreß", während der San Jose Mercury News sich mit Clinton freut und die Kontrolle der Republikaner im Kongress lediglich für "wahrscheinlich" hält. Die Washington Post schließlich kommt in ihrer Analyse zu dem Schluß, daß die Wähler nicht gewillt waren, einer der beiden Parteien die klare Führerschaft zuzubilligen. Deswegen hätten sie einen demokratischen Präsidenten gewählt und ihm einen republikanischen Kongreß zur Seite gestellt.

Welcher der Intepretationen Sie auch zuneigen, die genauen Wahlergebnisse landesweit, für die einzelnen US-Bundesstaaten und die Verteilungen im Senat und im Kongress sehen Sie sich am besten selbst an.