Selbst die amerikanischen Zeitungen waren sich einig: "Ein wichtiger Sieg für Airbus", so die New York Times, "eine empfindliche Niederlage für Boeing und McDonnell Douglas", kommentierte die Washington Post den Großauftrag der Fluggesellschaft USAir über 400 Airbus- Jets der Typen A319, A320 und A321.

In doppelter Hinsicht ist der bisher größte Flugzeugauftrag, so Airbus-Gesellschafter Dasa, für den europäischen Flugzeugbauer ein Triumph. Zum einen eröffnet der vorerst nur in einem "Memorandum of Understanding" fixierte Abschluß dem aus Deutschen, Franzosen, Briten und Spaniern bestehenden Konsortium nach anhaltenden Turbulenzen wieder hoffnungsvollere Aussichten. Zum anderen landeten die Airbus-Manager ihren Coup direkt vor der Haustür ihrer schärfsten Konkurrenten, die bis zum Schluß mitgeboten hatten. USAir, die bislang keine Airbus-Maschinen geflogen hatte, ersetzt mit ihrer Mammutorder einen großen Teil ihrer veralteten Boeings und McDonnell-Douglas-Maschinen.

Die 120 Festbestellungen und 280 Kaufoptionen belaufen sich auf mehr als 15 Milliarden Mark.

Der Umstieg von ihren spritfressenden Veteranen auf eine homogene Flotte sichert USAir nicht nur in puncto Treibstoffverbrauch entscheidende Kostenvorteile. Alle drei georderten Airbus-Modelle verfügen über identische Cockpits und Flugsysteme, können von denselben Piloten geflogen und von denselben Spezialisten gewartet werden. Entsprechend gering ist dadurch der Aufwand für Training und Ersatzteillagerung.

Zwar dürften sich die Airbus-Manager den fetten Happen im direkten Wettbewerb nur gegen einen kräftigen Mengenrabatt gesichert haben - über den vereinbarten Preis bewahrten beide Seiten Stillschweigen.

Doch auch wenn die Europäer an dem Deal nicht allzuviel verdienen sollten, der Rekordauftrag ist nicht nur ein Prestigeerfolg gegen den ewigen Rivalen Boeing, sondern vor allem ein Beschäftigungssignal: Nach Jahren permanenten Personalabbaus in den Airbus-Werken könnten schon bald wieder die Produktionszahlen jener besseren Zeiten vor dem weltweiten Tief der Flugzeugindustrie erreicht werden.

Als Folge steigender Gewinne bei den meisten Airlines hatten die Bestellungen bereits vor dem Megadeal aus den USA deutlich zugenommen.