Niklas Luhmann ist ein Stiefkind der Massenmedien. Jetzt hat der Bielefelder Soziologe es ihnen gezeigt. Er hat sie beobachtet.

Wenn Luhmann etwas beobachtet, dann macht er es gründlich. So hat der studierte Jurist, wer hatte anderes erwartet, den Massenmedien gleich ihre Verfassung erklärt; ihre Funktion definiert und ihre Selbstmißverständnisse korrigiert.

Seit mehr als zwanzig Jahren liefert Luhmann den deutschen Wissenschaften die Vokabeln, erklärt ihnen die großen Zusammenhänge: das Rechtsund das Wirtschaftssystem, die Religion, die Liebe und die Kunst. Neuerdings sind es die Massenmedien. Die aber sind, und das macht die Sache prekär, selbst Beobachter des Lebens. Und diesmal entdecken sie Niklas Luhmann.