Im Jahr 1884 schrieb Friedrich Engels eines seiner bekanntesten Bücher, das heute noch in den Köpfen der Gebildeten herumgeistert: "Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats", mit den Rinderherden am Anfang der Seßhaftigkeit, die nun den Männern gehörten, als neu entstandenes Privateigentum, weil sie es waren, die die Tiere immer so schön gehütet hatten. Das Privateigentum wollten sie auf ihre Söhne vererben, die als eigene aber nur in einer festen Ehe sicher zu identifizieren waren, so daß die Familie entstand und darüber, zur Sicherung des Ganzen, der Staat. Wenn Engels recht gehabt hätte, wären unter dem Sozialismus im Osten Staat und Familie verschwunden, denn es gab kein Privateigentum an Produktionsmitteln mehr. Aber das Gegenteil fand statt. Der Staat wurde immer stärker, und die Eheschließungen nahmen - mindestens in der DDR - zu.
: Themen der ZEIT: Die Geschichte der nichtehelichen Lebensgemeinschaft
Es ist noch gar nicht so lange her, da stand hierzulande auf Kuppelei Zuchthaus. Heute leben in der Bundesrepublik drei Millionen Männer und Frauen ohne Trauschein zusammen