Auch in Israel hat Yoram Kaniuk immer die Orte des inneren Exils gesucht, das Café "Exodus", wo sich noch bis vor ein paar Jahren regelmäßig jeden Samstag vormittag viele deutsche Juden und Holocaust-Überlebende trafen, das russische Restaurant "Usalka", wo sich lange Zeit freitags ein Freundeskreis mit reichlich Wodka auf seine russischen Wurzeln besann und anfangs mit "le chaim", zu späterer Stunde aber nur noch mit "na sdorowje" anstieß. Heute gehört zu seinen bevorzugten Orten das Gesher Theater, das 1990 von russischen Immigranten gegründet wurde und mit der Inszenierung von Kaniuks wichtigstem Roman, "Adam Hundesohn", einer schwer zu ertragenden Groteske über die Traumata der Holocaust-Überlebenden, geschrieben in einem schon pechschwarzen Humor, auch in Berlin gastierte.

Im Café "Diza" beendet Yoram Kaniuk unser Interview mit einem schmerzlichen Lächeln und den Worten: "Ich bin der letzte Berliner."