War es ein Funke im zentralen Treibstofftank, friendly fire durch eine verirrte Rakete der U. S. Navy oder doch eine Bombe? Vielleicht wird niemals aufgeklärt, was den Unglücksjumbo TWA 800 am 17.

Juli vor Long Island in der Luft zerfetzte und 230 Menschen den Tod brachte.

Fest steht jedoch: 1996 war ein schwarzes Jahr für die Luftfahrt.

7. Februar: Eine mit deutschen Urlaubern besetzte Boeing 757 der Birgenair stürzt nach einem Pilotenfehler nahe der Dominikanischen Republik ins Meer - 189 Tote. 29. Februar: Eine Boeing 737 der Faucett zerschellt in der Nähe der kolumbianischen Stadt Cali an einem Berg - 123 Tote. 11. Mai: Absturz einer DC-9 der amerikanischen ValuJet in die Everglades in Florida - 110 Tote. Der Airline wird von der amerikanischen Aufsichtsbehörde FAA wegen katastrophaler Sicherheitsmängel die Startgenehmigung entzogen. 12. November: Kurz nach dem Start von Delhi kollidiert eine Boeing 747 der Saudi Airways mit einer landenden Frachtmaschine Iljuschin-76 der Kazakh Airways in 4200 Meter Höhe - 351 Tote. 1232 Menschen kamen 1996 bei Katastrophen mit größeren Passagiermaschinen ums Leben - so viele, wie seit über zehn Jahren nicht mehr.

Mögen die weltweit auf allen TV-Kanälen laufenden schrecklichen Bilder auch größere Gefahren der Luftfahrt und zunehmende Sicherheitsmängel suggerieren, zeigt die Statistik das Gegenteil. Trotz der gestiegenen Zahl der Opfer geht die Zahl der Unfälle seit Jahren leicht zurück.

Und das, obwohl die Zahl der Flugzeuge am Himmel sich seit 1975 von 5200 bis heute auf 12 500 Jets mehr als verdoppelt hat.

Für Kenner der internationalen Luftfahrtszene grenzt es hingegen fast an ein Wunder, daß nicht wesentlich mehr passiert. Denn je nachdem wo die Passagiere ins Flugzeug steigen, erhöht sich das Risiko immens. In Afrika und Südamerika sowie asiatischen Staaten wie Indien oder China ist die Unfallgefahr bis zu fünfmal höher als beispielsweise bei großen westlichen Fluggesellschaften.