Man nehme gewöhnliches Wasser und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt - und schon läßt sich eine überwältigende Vielzahl von Formen zaubern, vom einfachen Schneeflöckchen bis zum gewaltigen Gletscher.

Gleich zwei Bücher befassen sich jetzt mit diesem Thema auf wissenschaftlicher Grundlage. Christine Reinke-Kunze untersucht "Die PackEISwaffel" (Birkhäuser-Verlag, Basel 328 S., 49,80 Mark), während Angelika Jung-Hüttl einen Ausflug in "Eisige Welten" unternimmt (BLV Verlag, München 159 S., 98 Mark).

Beide Bücher sind grundverschieden. "Die PackEISwaffel" läßt sich am ehesten in die Rubrik Sachbuch einordnen: Hier erfährt der Leser alles Wissenswerte über Eis, sauber geordnet, bis hin zu historischen Daten, wer wann und wo zum ersten Mal zu den Polen vordrang und wie ein Eisbrecher funktioniert. Christine Reinke-Kunze wartet mit einer Fülle pittoresker Details auf, die das Buch stellenweise zu einer faszinierenden Lektüre machen, doch auf weiten Strecken kommt es eher träge daher.

Ganz anders die "Eisigen Welten", in denen die eindrucksvollen Bilder des Photographen Bernhard Edmaier Schnee, Eis und Gletscher so plastisch zeigen, daß der Text beinahe überflüssig scheint.

Angelika Jung-Hüttl aber beweist mit leichter Feder, daß mit Bildern doch nicht alles gesagt werden kann. Natürlich bringt sie dabei auf 150 Seiten erheblich weniger Information unter als Christine Reinke-Kunze auf der doppelten Seitenzahl. Wer die umfassende Information sucht, sollte deshalb zum Buch des Birkhäuser-Verlages greifen. Wer aber einen Bildband kaufen will, den er nicht mehr aus der Hand legt, bis er sich von der ersten Seite bis zur letzten durchgeschmökert hat, der ist beim BLV Verlag richtig.