Die Mehrheit der Deutschen will die Mark behalten. Stabilitätspakt hin, neue Euro-Scheine her. Wenn es 1996 ums Geld ging, blieben sich die Germanen treu: Bloß keine Experimente. Doch die Chancen, daß der Euro kommt, waren noch nie so gut wie heute.

Sicher, die Politiker erzählen viel, und ihre Durchhalteparolen muß man nicht für bare Münze nehmen. Hellhörig macht etwas anderes.

Investoren, Bankiers und Unternehmenskapitäne, also all jene, die nichts mehr fürchten, als ihren Mammon zu verlieren, setzen fest auf den Starttermin am 1. Januar 1999. Auf der Zielgeraden, so scheint es, haben die Maastricht-Anhänger die Nase ein wenig vorn.

Zu den tückischsten Stolpersteinen zählen die Konvergenzkriterien.

Die Mächtigen, getrieben von den grauen Eminenzen der Bundesbank, schwören: Die Kriterien werden eingehalten - und zwar strikt.

Der Diskurs darüber ist schier endlos. Der Maastricht-Vertrag erlaubt ausdrücklich viele Ausnahmen, doch kaum jemand will diese Zeilen lesen.

Alle Welt reitet auf den Fiskalkriterien herum, also auf Staatsschulden und Haushaltsdefizit, obwohl jeder Ökonom weiß: Wichtiger sind einheitliche Preise und Zinsen sowie stabile Wechselkurse. So ist es wenig überraschend, daß sich die Deutschen weiterhin als Zuchtmeister gerieren, als wäre die chaotische Finanzpolitik der Bundesregierung über jeden Zweifel erhaben.