Für den Hamburger reiche die Elbe von der Alten Liebe in Cuxhaven allenfalls bis Lauenburg, das habe sich auch nach 1990 nicht geändert, stellt Christian Graf von Krockow fest: "Jeder weiß etwas über den Rhein - aber über die Elbe?"

Die schönste Möglichkeit, die Elbe kennenzulernen, ist eine Flußfahrt.

Graf Krockow hat die 623 Kilometer bis zur deutsch-tschechischen Grenze auf einem hochmodernen Passagierschiff, der Dresden, zurückgelegt und sich Muße genommen, die Flußlandschaften der Elbe zu beschreiben, die historischen Städte an ihren Ufern und die Menschen. Genauer gesagt, die Tugenden der Menschen, und noch genauer gesagt, die Tugenden der Preußen und Sachsen.

Beim Spaziergang durch Dresden grübelt Preuße Krockow über die "zwei menschlichen Grundmöglichkeiten", die "in den beiden Völkern zu ihrer Gestalt gekommen sind". Er erläutert die beiden Prinzipien, das "Yin und Yang" der deutschen Stämme, hier das soldatisch Tugendhafte, dort das Empfinden für Leichtigkeit und Luxus, gewürzt mit Anekdoten aus 300 Jahren Geschichte der Hohenzollern und Wettiner.

Von Dresden gleiten wir mit dem Grafen durch die Sächsische Schweiz, ins tschechische Decin, wo die Dresden im machtvoll strömenden Wasser ihre Wendekunst vollführt. Sodann geht es über Meißen, Torgau, Wittenberg, Tangermünde, Wittenberge und Magdeburg zurück zu den Hamburger Landungsbrücken, immer wohlunterrichtet über die historischen Besonderheiten.

Der Autor hat die Flußreise wegen des delikaten Essens und des vorzüglichen sächsischen Weines genossen, möge es dem Leser mit der Lektüre des kleinen Büchleins ebenso ergehen.

Christian Graf von Krockow: