Er hat sich immer als Seelsorger und Pfarrer verstanden: Ein politischer Bischof wurde er nur, weil die Zeit und die Umstände in der DDR es erforderten. Und als Gottfried Forck nach zehn Jahren als Bischof von Berlin-Brandenburg 1991 aus dem Amt schied, da kehrte der Pfarrerssohn zu seinen Ursprüngen zurück, in das Pfarrhaus in Rheinsberg, wo seine Frau Beatrix Gemeindepfarrerin ist.

Unbequem und unerschrocken war Gottfried Forck: nicht nur vor den Mächtigen, sondern auch in seiner Kirche. Aber unbekümmert ließ ihn nichts, er litt am Zustand dieser Welt ebenso wie an seiner oft von ihm beklagten Unzulänglichkeit. Immer ist er seinem Gewissen und seinem Mitgefühl gefolgt, nie hat er sich dem Zeitgeist oder der Obrigkeit angepaßt. Forck war stets auf seiten der Bedrängten, nicht nur in Gedanken, sondern gerade in kritischen Situationen auch vor Ort. Da gab er den Dissidenten, den Wehrdienstverweigerern und Ausreisewilligen Halt, auch wenn er die Ausreisebewegung kritisch als "Epidemie" wertete. Dem entmachteten Erich Honecker bot er Zuflucht und plädierte für Barmherzigkeit auch gegenüber den Trägern des Regimes, das seine Kirche und ihn selbst so bedrängt hat.

Schon die Stasi hatte ihn treffend charakterisiert: "Freundlich, aber eisenhart in seiner Überzeugung". Im Alter von 73 Jahren ist Gottfried Forck am Heiligen Abend gestorben.