Wenn Theo Waigel das Geld ausgeht und die Renten nicht mehr so sicher sind, wie Norbert Blüm behauptet wenn die Belegschaften schrumpfen und die Arbeitslosenzahlen steigen wenn französische Angestellte streiken und die Österreicher Jörg Haider wählen - immer dann ist die Globalisierung am Werke.

Es ist modern geworden, dem globalen Wettbewerb die Schuld zu geben, wenn die Dinge nicht mehr so funktionieren wie gewohnt.

Globalisierung: Schreckgespenst für die einen, Ansporn für die anderen, Ausrede für die dritten. Beim G-7-Gipfel im Juni in Lyon bekundeten die Staats- und Regierungschefs der großen Industrieländer, die Globalisierung sei "eine Quelle der Hoffnung für die Zukunft".

SPD-Chef Oskar Lafontaine dagegen fürchtet eine globale Abwärtsspirale, "bei der kein Land gewinnen, aber alle verlieren" könnten.

Aber was verbirgt sich hinter dem Modewort? Drei Dinge vor allem haben sich seit Beginn der achtziger Jahre geändert: - Waren und Informationen zu transportieren ist sprunghaft billiger geworden. Die Frachtraten auf Flugzeugen und Containerschiffen sinken weiter dank der weltweiten Computernetze sind ganz neue Formen der Arbeitsteilung möglich. Wer ein Telephon besitzt, ist an den Weltmarkt angeschlossen. Der Welthandel ist 1996 dreimal so schnell wie das Weltsozialprodukt gewachsen.

- Geld ist so leicht um die Welt zu schicken wie noch nie. Ob New York oder Singapur, es gibt nur noch einen einzigen Weltkapitalmarkt.

Und wer den Anlegern die höchsten Renditen bietet, hat gewonnen.