Atlanta, war da was? Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Was Sepp Herberger einst auf Fußball bezog, gilt auch für Olympia in Atlanta.

Abgehakt. Genaugenommen sind es nur zwei Männer, die die Erinnerung hochhalten. Frank Busemann der eine, Richard Jewell der andere.

Der deutsche Zehnkämpfer holte in Atlanta überraschend eine Silbermedaille, weswegen der blonde Dortmunder Sparkassenangestellte, Abt. Wertpapiere, über Nacht zum Helden wurde. Der Amerikaner Jewell diente als Wachmann im Olympischen Park. Dann detonierte die Bombe. Selbstlos half Jewell den Opfern, weswegen er zum Helden wurde. Einen Tag später hieß es, er sei der Täter. Weshalb er über Nacht zum Schurken wurde. Er blieb es viele Wochen lang. Ende Oktober wurde Jewell rehabilitiert. Die böse über ihn sprachen, müssen nun zahlen.

Aber wird er damit wieder ein Held?

Frank Busemann lächelte sich währenddessen durch die Talk-Shows im deutschen Fernsehen. Bei seinem letzten Interview des Jahres 1996 überraschte er allerdings mit einem Geständnis. Ja, auch er habe für sich Telekom-Aktien geordert, diese jedoch am ersten Tag nach Börsengang schnell veräußert. Frank Busemann lachte diebisch.

Und für einen Moment sah es so aus, als hätte auch er die knapp drei Wochen von Atlanta längst vergessen.