Früher gab es solche Filme als Zeitschriften in Arztpraxen da hießen sie Das Beste aus Reader's Digest. Heute macht James Ivory dergleichen auf Zelluloid, und er macht es seit zwanzig Jahren, und er wird es wieder tun, solange der Kostümvorrat reicht. Zu Picasso sind Ivory drei Dinge eingefallen: Anthony Hopkins, Anthony Hopkins und Anthony Hopkins. Das Drehbuch bleibt dabei ein bißchen auf der Strecke, aber es ist ja eh eine wahre Geschichte, die "Mein Mann Picasso" nachbuchstabiert: Die schöne Françoise (Natascha McElhone) kommt nach Paris und lernt den Maler ihres Lebens kennen, gebiert ihm einen kleinen Claude und eine Paloma und zieht mit ihm an die C'te d'Azur, bis der Künstler sich als Mensch entpuppt.

Dies alles halbnah, bunt und gepflegt Atelier mit Aussicht, sozusagen.

Und Sir Anthony ist Sir Pablo, sehr braun und very british. Selbst wenn er nur ein Hörnchen ißt, spürt man Genie, und wie er Kahnweiler, seinen Galeristen, und Dora, seine Abgelegte, zusammenstaucht, hat wirklich Stil. Daß der Mann hauptberuflich auch noch gepinselt hat, merkt man fast gar nicht mehr. Muß man auch nicht, hombre!

Wir sind schließlich im Erzählkino, spätes 20. Jahrhundert. Klappe zu, Schweinsleder drauf: Das war die Moderne.