Die Umstellung vieler Kaffeeplantagen in Mittel- und Südamerika auf intensive Bewirtschaftung zerstört die Winterquartiere von Zugvögeln aus Nordamerika (Science, Bd. 274, S. 1229). Die neuen Power-Sorten wachsen auch in der prallen Sonne und bringen dort den dreifachen Ertrag der bisher gepflanzten Kaffeebüsche, die nur im Schatten gedeihen. Als Schattenspender hatten die Farmer hohe Bäume stehen lassen, in denen sich die Zugvögel aus Kanada und den Vereinigten Staaten wohlfühlten. Schlangen, Fledermäuse und Affen nutzen die hohen Bäume gleichfalls als Urwaldersatz - der ursprüngliche Wald ist in Mittelamerika längst bis auf kümmerliche Reste hinweggerodet. Doch nun fallen auch die hohen Bäume in den Kaffeeplantagen. Seit 1990 haben sie die Plantagenbesitzer bereits auf der Hälfte der insgesamt 2,7 Millionen Hektar umfassenden Kaffeepflanzungen im nördlichen Lateinamerika umgelegt. Wer Vögel mag und Kaffee trinkt, sollte daher auf sogenannten Ökokaffee umsteigen: Der wird nämlich in traditionellen Schattenplantagen angebaut.