Nie waren uns die Außerirdischen so nah. Im Januar gaben zwei amerikanische Astronomen bekannt, daß sie Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt hätten, auf denen prinzipiell Leben möglich sei. Im August entdeckten Wissenschaftler der Nasa in einem Meteoriten mögliche Spuren primitiver Mars-Mikroben. Rund um den Planeten Erde fragten Zeitungen: "Ist da draußen jemand?" Da hätte es der Aufregung im Dezember kaum mehr bedurft, als Wasser auf dem Mond entdeckt wurde. Die Raumfahrtbehörde Nasa konnte sich keine bessere Werbung für ihre im Herbst gestarteten Mars-Missionen einfallen lassen. Bei der Sicherung irdischer Arbeitsplätze ist die Nasa-Suche nach (Über-)Leben im All heute schon erfolgreich. Doch der wahre Sinn der Außerirdischensuche zeigt sich erst auf weltpolitischer Ebene. Was, beispielsweise, bleibt von Samuel Huntingtons These vom "Zusammenprall der Kulturen" noch übrig, wenn Planetenvölker aufeinandertreffen? Erst dann wird die Menschheit wohl aufhören, sich die Schädel einzuschlagen.