Wie kann man diesen Job bloß vier Jahre lang ertragen? Wenn das Telephon klingelt und sich alle Weile jemand meldet, der sagt: "Das war's, Frau Caberta." Wenn im Büro Geburtstagsgrüße einer "Zyankali-Bande" eingehen, die "Sterbehilfe für Caberta" ankündigen.

Wenn ein Detektiv das Privatleben ausforscht.

Ja, das Leben der Ursula Caberta hat sich verändert, seit sie die Arbeitsgruppe Scientology der Hamburger Innenbehörde leitet und die Sekte sie folgerichtig als "Feind" identifiziert hat.

Je erfolgreicher sie ist, desto nervöser reagieren die Jünger des Sektengründers L. Ron Hubbard, 1996 geradezu hysterisch.

Anfangs, 1993, endete Ursula Cabertas Reichweite an der Stadtgrenze.

Sie betreute in Hamburg Sektenaussteiger, führte Prozesse gegen Scientology, ließ Hubbard-Kinderkrippen schließen und versuchte, möglichst viel Information über Scientology unters Volk zu bringen.

Inzwischen repräsentiert die 46jährige Caberta wie niemand sonst den Widerstand der Gesellschaft gegen die totalitären Pläne der Hubbard-Organisation. Der Sekten-Enquete des Bundestages gilt sie als beste Kennerin der Szene die Innenministerkonferenz, die im vergangenen Jahr den Kampf gegen Scientology verschärfte, wird von Caberta mit Expertisen gefüttert. Inzwischen hat Scientology sogar die Chefin der Hamburger Filiale wegen Erfolglosigkeit austauschen müssen. Punktsieg für Caberta.