Hopfen und Malz - ein weites Feld. Zwischen dem allgemeinen Wunsch, daß es erhalten bleiben möge, und der betrüblichen Feststellung, daß es hier und da verloren sei, erhebt sich alljährlich das Wehgeschrei der Brauindustrie: Der deutsche Bierabsatz sinkt!

Stimmt. Tut er. Aber sind 135 Liter pro Kopf 1996 zu wenig gewesen? Mitgezählt sind ja auch all die Köpfe, in denen noch Schnuller stecken oder schon die Schläuche lebensverlängernder Maßnahmen. 135 Liter: jeder, jede, jedes jeden Tag je eine Flasche.

Es ist nicht so, daß die Deutschen keinen Durst mehr hätten.

Und ich? Mach' da keine Ausnahme. Ich trinke Dithmarscher, Flensburger, Ratsherrn, also bin ich Norddeutscher.

Neulich aber ist mir etwas Seltsames passiert. Ich habe mir einfach so eine Kiste Warsteiner gekauft. Vielleicht, weil ich gelesen habe, daß es das teuerste und zugleich meistgetrunkene Bier sei, was mir als ein aufzuklärender Widerspruch erschien. Vielleicht, weil mir die in der Werbung so edel präsentierte Flasche gefallen hat. Eine Königin unter den Bieren! Jedenfalls war es die erste Warsteiner-Kiste meiner Bierographie.

Wie soll ich mein Geschmackserlebnis beschreiben? Es war, als gingen die Lichter an. Alles glänzte weiß und golden. So fein der Hopfen, so schmeichelnd die Säure! Ich hatte das Gefühl, das ist gar kein Bier mehr. Das will eigentlich Champagner sein.