Fünfzehn Grad unter Null. Der Winter hält die Welt im Würgegriff, sehr schöner Stabreim! Stille. Totenstille. Doch halt, von fern weht eine wehe Melodie in unsere verwaisten Redaktionsräume. Drüben auf der Alster steht ein Leiermann . . .

Was ist das für ein Jahr gewesen! Annus horribilis oder, wie der Lateiner sagt: ein Schreckensjahr. Der Mai war uns gewogen, doch dann ging es kopfüber abwärts. Und so sieht die Bilanz am Ende des Jahres grauenvoll aus. Das Wetter: eine Sauerei. Die Regierung: eine Katastrophe. Die Opposition: dasselbe. Die liebe Familie: eine terroristische Vereinigung. Die lieben Kollegen . . . Der Verfasser beginnt ganz still zu weinen.

Der Leser, gerührt: "Was ist denn los? Kopf hoch! So schlimm kann es doch gar nicht gewesen sein! Wird schon wieder usw. . ."

Der Verfasser, die Tränen trocknend, mit einem leisen, feinen Lächeln: "Danke, Leser, danke! Es stimmt schon, ein Schönes hat es doch gegeben 1996. Die Frauen. Die Mädels. Die Girls und die Girlies."

Der Leser: "Na bitte!"

Der Verfasser, plötzlich sehr beschwingt, holt sein "Erotisches Tagebuch 1996" aus der verklemmten Schreibtischschublade und liest daraus vor: "Bilanz 96. 33 erfolgreich abgeschlossene Bekanntschaften. Die erste war Drew mit dem kitzligen Bauch (Drew, nicht Drews!). Nach Drew kam Sarita mit der schönen Brust. Dann Sandra, dann Cindy, dann Ewa, die kleine Haremsdame."