Wenn es ums Stühlerücken auf der Topetage geht, ist der amerikanische Computerkonzern IBM für so manche Überraschung gut. Zwar hatte es bereits Spekulationen über den ersten Mann an der Spitze der deutschen Dependance, Edmund Hug, gegeben. Dann aber kam die Nachricht doch ziemlich plötzlich.

Mit sofortiger Wirkung, verlautete am vergangenen Dienstag, wird Hug in eine Spitzenposition zu IBM Europa nach Paris wechseln.

Als sein Nachfolger in Deutschland "wurde dem Aufsichtsrat Hermann-Josef Lamberti (40) vorgeschlagen", heißt es in der ungewöhnlich wortkargen Pressemitteilung des Unternehmens weiter.

Schon Hugs Vorgänger, Hans-Olaf Henkel, war 1993 für den Konzern nach Paris ausgewandert. Im Unterschied zu Hug wurde er allerdings zum Präsidenten gekürt. Trotzdem hielt es Henkel nicht lange auf dem Posten. Schon nach kurzer Zeit wechselte er als Chef zum Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).

Richtig viel Geld läßt sich Vebacom, eine Tochter des Düsseldorfer Veba-Konzerns, das Engagement in der Telekommunikation kosten.

Zum Jahreswechsel hat das Unternehmen das gesamte Kabel-TV-Netz der Urbana Systemtechnik übernommen. Damit verfügen die Düsseldorfer jetzt über Leitungen, die in 1,9 Millionen Haushalte führen. Und dies ist in zweifacher Hinsicht von Bedeutung.

Erstens können diese Anschlüsse von 1998 an, wenn der Fernmeldemarkt komplett liberalisiert ist, über die reine Verteilung von Programmen hinaus auch dazu genutzt werden, der Telekom im traditionellen Fernsprechgeschäft Konkurrenz zu machen. Bislang verfügt nur sie über die begehrten Telephonanschlüsse in den Ortsnetzen. Zweitens sind die TV-Kabelstränge im Gegensatz zu den normalen Fernsprechleitungen von so hoher Kapazität, daß darüber auch - nach entsprechender Aufrüstung - neue interaktive Dienste rund um Multimedia angeboten werden können.