Eines Tages hatten die Antiquare, die sich dem bibliophilen Publikum jährlich auch auf Messen bekannt machen, eine treffliche Idee: Es reiche nicht, dachten sie, mit guten alten Büchern Geld zu verdienen es sollte sich auch gehören, für Bemühungen um das gute alte Buch und die Bewahrung der traditionellen Druckkunst Geld herzugeben. So stifteten sie - das sind der "Verein der Freunde antiquarischer Bücher - Buchkultur e.V." sowie die Stadt Ludwigsburg - einen Preis. Nun haben sie ihn, den Antiquaria-Preis, dem Münchner, in Leipzig engagierten Drucker Eckehart Schumacher-Gebler zugesprochen "für die Weitsicht und Kompetenz, mit der er in seinen Werkstätten und seinem Museum für Druckkunst in Leipzig eine jahrhundertealte Schriftkultur erhält". Was in der Leipziger Nonnenstraße 38 (ZEIT Nr. 30/1996) vonstatten geht, ist ja einzigartig: Die traditionsreiche, ins 18. Jahrhundert zurückreichende Offizin Haag-Drugulin, bei der Veräußerung durch die Treuhand fast unter die Räder des blanken Kommerzes gekommen und damit der Zerstörung preisgegeben, arbeitet weiter, nicht zuletzt als Bestandteil des Museums für Druckkunst mit seinem unvergleichlichen Bestand an kostbaren alten Schriften und historischen Maschinen. Es ist ein arbeitendes Museum, das heißt: Jedermann ist eingeladen zuzuschauen, wie Bücher (und andere Druckwerke) entstehen. Am 23. Januar wird der Preis in der Musikhalle Ludwigsburg überreicht.