Die Bilder sind umwerfend schön. Im Nebeldunst schweben Embryonen.

Spermien tanzen um das goldene Ei. Von sphärischen Klängen unterlegt, wächst ein Mensch im Zeitraffer heran - oder ist es ein Schwein?

Die Natur verkommt zum Fernsehballett, und das Publikum versinkt in Andacht.

Seit nunmehr dreißig Jahren fasziniert der schwedische Photograph Lennart Nilsson die Weltöffentlichkeit mit der Falschfarbenbilderwelt aus dem Mikrokosmos des Lebens. Immerhin, der Mann beherrscht sein Handwerk. Wenn jedoch, wie jüngst im ersten Teil einer dreiteiligen ZDF-Dokumentation, der Sprecher die Poesie der Bilder noch zu übertrumpfen versucht, gerät das Produkt am Ende zum schwer verdaulichen Biokitsch: Die "Faszination Leben" wird zur quälenden Predigt.

Dennoch, Lennart Nilsson selbst ist einen Blick wert. Am 9. Januar portraitiert das ZDF den Künstler und Wissenschaftler ("Praxis extra", 23 Uhr). Am kommenden Sonntag flimmern die nächsten Bilder des Schweden über die Mattscheibe (19.30 Uhr). Vielleicht schalten Sie den Ton ab und legen eine gute Platte auf.